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Hängen im Schacht

Hängen im Schacht

Eine im Ruhrpott übliche Redewendung für eine Problemsituation. Kann auch wie eine Androhung von Gewalt oder zur Beschreibung einer eskalierenden Situation benutzt werden, ähnlich "Pannas am Schwenkmast"

Patrick : "Siehst die drei Affen da drüben, die suchen stress" Manny : "Ok dann ist hier gleich Hängen im Schacht"

User male 48 Rick_steel (Nordrhein-Westfalen) vor 11 Jahren
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Die Wendung kommt aus der Bergmannsprache und wurde geprägt in einer Zeit, als die Förderkorbtechnik im Bergbau noch nicht zuverlässig ausgereift war. Der Förderkorb ist der "Fahrstuhl" zum Hochziehen und Herablassen der Bergleute. Wenn es aufgrund von Defekten der Fördermaschine zum Steckenbleiben des Förderkorbs im Schacht kam, ging für die eingeschlossenen Bergleute während der Zeit des Defekts nichts mehr. Kein Schichtantreten, kein Feierabend, kein Befreien aus eigener Kraft. Sie waren zum Ausharren verdonnert. Übertragen auf die Ausweglosigkeit in anderen Situationen wird diese als "Hängen im Schacht" bezeichnet. Regine vor 7 Jahren
Hihi Pott-Reginchen.. Das hast Du schon richtig interpretiert... Aber es gibt noch eine, ein wenig andere Bedeutung. Generell gilt: "Es gibt gleich Ärger" ... das ist schon klar. Der Ausdruck "Hängen" bedeutet "herunterlassen", "Auf" bedeutet "heraufziehen" (siehe auch "Glück Auf) Also wird "Hängen im Schacht" auch als: "Gleich gehts mit Dir aber abwärts, mein Freund" gedeutet... so in etwa jedenfalls Glück Auf! Mibu vor 7 Jahren
Hehe, selber Pott-Mibu! ^^ Aber hängen... also einfach nur herumhängen impliziert doch keine Bewegung? Was du meinst, kenne ich eher als "Schicht am Schacht", also "Gleich is' Feierabend"... In etwa so: "Jetzt haben schon drei Banken Fianzierungsabsagen erteilt. Wenn die vierte auch nicht mitspielt, ist aber Hängen im Schacht." Oder: "Der Typ soll's mit seinen Provokationen nicht übertreiben. Wenn der mir heute wieder querkommt, ist aber Schicht am Schacht." Aber kann sein, dass die Wendungen in unterschiedlichem Kontext gebraucht werden. Sagt ja einiges aus, dass die sich früher für's Heraufziehen Glück gewünscht haben. Regine vor 7 Jahren
Die haben sich Glück gewünscht, wieder auf, also nach oben zu kommen. Bergwerksarbeit ist nicht gerade ungefährlich. Kohlenmonoxid, Schlagwetter, knirschende Balken, Einstürze und andere Unwägbarkeiten konnten einem Bergmann schnell das Leben kosten. Deswegen mussten die Kumpels wirklich Kumpels sein und sich aufeinander verlassen können. Daher wünschten sie sich gegenseitig das, was sie selbst auch haben wollten: Glück auf. Werwolf vor 7 Jahren
Sehr schön, Werwolf. Regine vor 7 Jahren
meine Heimat ist eher landwirtschaftlich als bergmännisch geprägt; daher wird "Hängen im Schacht" eher als "nichts geht mehr" übersetzt... ____ gilt dafür aber auch für Fische und Schinken, die im Rauchfang (größere Schächte sind hierzulande eher unüblich) geräuchert werden - für die ist ja quasi auch erstmal "Ende Gelände"... Carilian vor etwa 5 Monaten
Ja genau, "nichts geht mehr" ist eine treffende Übersetzung. Räucherfischchen sind lecker. Regine vor etwa 5 Monaten