Trend 128 Gerade im Trend: Kollege Schnürschuh
nicht wirklich

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Diese Redewendung ist aus dem englischsprachigen Raum - vermutlich durch schlecht übersetzte Filme - zu uns gekommen ("not really") und ersetzt mittlerweile immer stärker die Formulierungen "eigentlich nicht" und "nicht unbedingt" Im Gegensatz zu "eigentlich nicht" und "nicht unbedingt" wird "nicht wirklich" auch manchmal mit ironischem Unterton benutzt.

User male 48 Werwolf (Niedersachsen) vor 9 Jahren
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Jibbet schon.. http://mundmische.de/entries/2646-Nicht_wirklich Mibu vor 9 Jahren
Nicht wirklich ;-) Im Gegensatz zum ersten Eintrag, der die Wendung einfach als Ersatz für ein klares "Nein" beschreibt, ist die Erklärung von Herrn Lupus doch differenzierter und hebt korrekterweise das dem Ausspruch Wesenhafte, nämlich die nur bedingte Negation, hervor. Vielleicht kann man sich auf "Weitere Definition hinzufügen" einigen. Regine vor 9 Jahren
Wäre mir recht. Danke, Regine! Werwolf vor 9 Jahren
das auf meinen Kommentar die Antwort "nicht wirklich" kommt hab ich mir schon gedacht :-) Werwolf hat das schon schön beschrieben.. Ich wurd nur stutzig, weil ich es irgendwann schon mal gelesen habe. Mibu vor 9 Jahren
Nee, was wir nicht alles von der Insel klauen. Eine ähnliche, wohl die bekannteste 'überstehlte' Bedeutung ist realisieren von "to realize". Ursprünglich nur für verwirklichen im Gebrauch, würde es in den letzten Jahren/Jahrzehnten auch für begreifen oder erkennen eingesetzt. Menno, wir ha'm eh schon viel mehr Wörter als die - nicht mal 'ne Mouthmixe ham'se. Gehmbeu vor 9 Jahren
Nach meiner Beobachtung ist es sogar so, daß "nicht wirklich" fast nur mit ironischem Unterton gebraucht wird. Es bedeutet dann: "Das wird zwar behauptet, aber es ist ja gar nicht wahr". So gebraucht, ist die Wendung einigermaßen gut und berechtigt. Rückenkratzer vor 9 Jahren
Lieber Tim, diesen Gebrauch von "realisieren" muß ich leider wahrnehmen. Ich kann nicht mehr tun als ihn abzulehnen, nicht zu benutzen und seine Benutzer still und stolz zu verachten. Rückenkratzer vor 9 Jahren
Vor 2000 Jahren regten sich die Römer wahrscheinlich auch darüber auf, dass die jüngere Generation die Grammatik verhunzte und Worte aus dem Griechischen und Hebräischen borgte. Latein, Kirchenslawisch, Gallokeltisch, Iberisch und Germanisch sind genauso verschwunden wie Etruskisch oder die Sprachen der Bronzezeit. Der Lauf der Geschichte ist, dass nichts beim Alten bleibt. Gerade Sprachen verändern sich, verschmelzen und gehen in neuen Sprachen auf. In 200 Jahren ist vielleicht das Deutsche ausgestorben und in 1000 Jahren das Englische und Russische. In weiteren 1000 Jahren sind eventuell sogar Chinesisch und Arabisch tote Sprachen. Dafür gibt es dann Sprachen, an die heute noch keiner denkt. Werwolf vor 9 Jahren
Nun, dass nichts beim Alten bleibt, werwolf, stimmt - aber es gibt gewisse Kontinuität! Gisbört vor 9 Jahren
Denn, wiewohl man sich *nicht wirklich* so ausdrückt, so ist doch ein solcher Einfluß der Vernunft auf die Einteilungen der Naturforscher sehr leicht zu entdecken. (Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft) Ich wusste gar nicht, dass der olle Kant Filme übersetzt hat (ich bin der Meinung, dass ich das auch anderswo schon gelesen hab - in Texten zu deren Entstehungszeit an Hollywood noch nicht zu denken war) Kampfbrot vor 9 Jahren
Kampfbrot, man kann jemanden auch absichtlich missverstehen. Bei Kant war es ein Stilmittel, aber nicht im Sinne des englischen "not really", wobei Letzteres auch zu Beginn einer Antwort oder als alleinige Antwort benutzt wird, was bei Kant ja wirklich nicht der Fall war. Werwolf vor 9 Jahren
Jedenfalls stimme ich deinen Ausführungen über die Sprache voll zu, Werwolf! Sprache ist etwas Lebendiges, Dynamisches und verändert sich ständig. Einerseits erfüllt es mich auch mit nostalgischer Wehmut, wenn immer mehr Anglizismen, sonstiges Eingedeutschtes oder irgendwie geartete Wortverstümmelungen in unseren Sprachgebrauch fließen sowie Reformen an der Rechtschreibsicherheit rütteln, andererseits bringt es nichts, sich darüber zu echauffieren und Sprache in althergebrachter Form festhalten zu wollen mit dem Argument, es sei etwas Bewährtes. Da stellt sich gleich die Frage, ob denn Begriffe und Schreibweisen aus früheren Epochen, die weitaus nicht so vereinfacht waren wie heute, nicht genauso ihre Berechtigung hätten? Und wo grenzt man das Deutsche ab? Viele Wörter haben sich aus anderen Sprachen entwickelt. Wahrscheinlich betrachtet jeder den Status um seine eigene Generation herum als den richtigen und es ist schön, wenn jeder sich zumindest bemüht, Sprache in diesem Zeitfenster richtig anzuwenden. Den vielen verschiedenen Meinungen und Unsicherheiten, die es dazu gibt, ist das Vorhandensein unzähliger Foren geschuldet, in denen sich (Hobby) Philologen die Finger wund schreiben. Akzeptieren wir einfach den Lauf der Dinge, freuen uns über Institutionen wie die "Komission zur deutschen Sprache", welche die deutschen Standards festlegt, und tragen Reformen oder Veränderungen - wie die Glühbirne - mit Fassung... Von watt glaupse denn, von wo du wechkomms'!? Es lebe der Regiolekt! ;-) Regine vor 9 Jahren

nicht wirklich

Komplizierterewennesauchkompliziert_geht), wenn auch elegantere Variante um einfach nur "NEIN!" zu sagen.

Sven: "Und hattest du gestern einen schönen Tag mit deiner Freundin?"

Stephan: "Tzz... nicht wirklich!" (NEIN)

User male 48 Bucky1977 (Berlin) vor 13 Jahren
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