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proletarischer Einkauf

proletarischer Einkauf

Essen mittels Diebstahl besorgen, weil einem die finanziellen Mittel fehlen kommt aus der 68er Hausbesetzer/Anarchoecke

Hein kommt heute nicht, er ist beim "proletarischen Einkauf" von der Polizei mitgenommen worden. Iris: Hast du noch etwas Geld für ein Brot? Inge: Nöö,wofür denn? Proletarischer Einkauf kostet kein Geld!

User female 48 Myrielle (Nordrhein-Westfalen) vor 8 Jahren
Trend 128
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"In Erwägung, daß wir hungrig bleiben Wenn wir dulden, daß ihr uns bestehlt Wollen wir mal feststell'n, daß nur Fensterscheiben Uns vom guten Brote trennen, das uns fehlt." Resolution der Kommunarden, Bertolt Brecht Werwolf vor 8 Jahren
Das Proletariat an und für sich war/ist eine ehrbare Klasse. Lebensunterhalt durch harte Arbeit. Dies in einen Topf mit Diebsgesindel zu werfen halte ich für unpassend. Für asoziales Verhalten hat sich heute eher die Bezeichnung "Proll" etabliert. "Proll" und "Proletarier" sind somit unterschiedlich belegt und zu gebrauchen. Regine vor 8 Jahren
Die Kommunarden um Fritz Teufel und Langhans haben den Begriff als bequeme Ausrede benutzt. In früheren Zeiten, als noch bitterste Armut unter den ArbeiterInnen herrschte, wurde auch das eine oder andere mal auf unorthodoxe Mittel zurück gegriffen, um schlicht am Leben zu bleiben. Bei wachsender Armutsrate unter der nicht (mehr) arbeitenden und der (noch?) arbeitenden Bevölkerung (viele bekommen trotz Arbeit ergänzendes ALG II) kann es auch im Bereich Nahrung und Bedarfsartikel wieder zu höheren Diebstahlsraten kommen. Gerade weil die existenzsichernden Maßnahmen der Regierung das Existenzminimum NICHT abdecken (egal, was Merkel, Seehofer und von der Heucheleyen schwadronieren) , gibt es ja auch solche Einrichtungen wie die Tafeln. Andererseits muss man wirklich unterscheiden zwischen Diebsgesindel, das aus Spaß an der Freud klaut, weil es gern kriminell ist, und Menschen, die aus Not stehlen. Gegen Manager und Bänker sehen allerdings selbst diese aus wie Chorknaben. Werwolf vor 8 Jahren
Schon richtig, Werwolf. "In früheren Zeiten" galten extreme Rahmenbedingungen. Angefangen von der Zeit der Industrialisierung, in der eine Bevölkerungsverschiebung vom Land in die Städte stattfand, bis hin zu zwei Kriegen. Zeiten in unseren westlichen Gefilden der Des- und Umorientierung. Tisch, Stuhl, Bett und 'ne Feuerstelle. Wer noch Garten zum Gemüseanbau oder ein paar Hühner hatte, konnte sich glücklich schätzen. Parallel zu aller Unbill aber hat die Arbeiterschicht ein Klassenbewusstsein entwickelt und sich formiert, Arbeitskämpfe durchfochten, die zu anderen Sozialverhältnissen geführt haben. Heute ist die Erwartungshaltung eine andere. Da schließe ich mich gar nicht aus. Vieles ist selbstverständlich. Trotz fortschreitendem Sozialabbau haben wir eine Überflussgesellschaft. Existenzminimum nach unseren Maßstäben ist im Vergleich zum globalen Lebensstandard hoch angesetzt und somit relativ. Die subjektive Lebensqualität speist sich aus materieller Zufriedenheit. Heute sind selbst Menschen mit geringen monetären Mitteln in der Regel ausgestattet mit Sofa, ausreichender Bettenzahl, Haushaltsgroßgeräten, meist Computer, TV sowieso. Der Druck erwächst am Vergleich mit dem Besitz und den Möglichkeiten anderer. Die haben zwei Autos, ich habe keins. Die können ihre Kinder zum Musikunterricht schicken, meine verblöden vorm Fernseher. Die können sich Urlaub leisten, ich mir nur 'ne Flasche Lambrusco. Es ist eine gewisse Kreativität abhanden gekommen, die Prioritätensetzung ist eine andere, Passivhaltung wird auch der Folgegeneration vorgelebt. Ich will nichts schön reden, dennoch behaupte ich, dass trotz allem in irgendeiner Form eine Wahl besteht, die viele nicht sehen oder nutzen. Und das wäre nicht: stehlen. Regine vor 8 Jahren
„Es wird das Proletariat ohne Kohle rabiat!“ - EAV Shadowcrow vor 8 Jahren