Trend 128 Gerade im Trend: schlotzig
Kadavergehorschwein

Kadavergehorschwein

"Kadavergehorsam" bedeutet, blind auf Anweisung über Leichen zu gehen.

Das bedeutet auch, daß man "Schwein" wird, auch unter eigenen Kameraden, wenn man aufhört, selbst zu denken und ihnen sinnlos schadet.

Es mag sicher wichtig sein, besser ausgebildeten Vorgesetzten zuzuhören und kluge Anweisungen auszuführen.

Mitdenken sollte allerdings auf wenigstens Gewissensbasis zu eigenem Urteilen und Handeln führen.

Wer das geistig nicht erkennen kann, bleibt von "Kadavergehorschwein" ausgenommen.

Alle anderen Menschen dürfen sich nicht auf Befehlsnotstand herausreden sondern gehören vor Gericht.

Die Kulturrevolution Mao´s führte dazu, daß die chinesische Jugend aufgehetzt selbst eigene Eltern (welche Lehrer waren) bespukten und zu Tode prügelten.

User male 48 Geisenau (Rheinland-Pfalz) vor 8 Jahren
Trend 128
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*Schweinwerdung.* Interessant dazu vielleicht ein Buch, das jetzt im S. Fischer Verlag erschienen ist: "Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben" Darin analysieren ein Historiker und ein Kulturwissenschaftler auf der Grundlage geheimer Protokolle das Kriegshandwerk der Wehrmachtssoldaten. Entstanden ist eine Mentalitätsgeschichte der Wehrmacht, "vielleicht sogar des Militärs überhaupt". Ein Resümee: "Die Grenzen vom vorgeblichen Befehlsnotstand zur MORDLUST waren fließend." Es hat was von Exotik, nicht für uns im normalen Leben nachvollziehbar. Dass im Referenzrahmen "Krieg" ein Auftrag definiert ist. Empirisch betrachtet lernen Soldaten das Handwerk des Tötens. Moralisch betrachtet sind sie Mörder. Heute bedeutet das: mit den Waffen des Westens. Darüber wird nicht geredet, weil das ja hieße, einen Transfer herzustellen zwischen dem, was passiert und dem Waffenexport. Aber den Gedanken, dass wir Verantwortung tragen, stellen wir lieber nicht her. So, wie auch die Wehrmachtsoldaten das nicht taten. Judenerschießungen wurden externalisiert auf die SS, die Schweine, die anderen. ("Am ersten Tag ist es mir furchtbar vorgekommen. Da habe ich gesagt: Scheiße, Befehl ist Befehl. Am zweiten und dritten Tag haben ich gesagt: Das ist ja scheißegal. Am vierten Tag, da habe ich meine Freude dran gehabt") Die meisten hielten später das Bild von einer "sauberen Wehrmacht" in Ehren. Die Wehrmacht war an allen Verbrechen beteiligt. Die zugrunde liegenden Protokolle sind keine Briefe an Ehefrauen oder keine Verhöre von Staatsanwälten, sondern völlig ohne Adressaten. Es sind geheime Aufzeichnungen von Gesprächen der Soldaten untereinander, beiläufig, ohne Absicht. Völlig anders auszuwertendes Material. Die redeten da nicht von der Gewalt, die war selbstverständlich. "Im Haus des Henkers redet man nicht über's Beil." Da geht es um ganz spezielle Dynamiken und das tödliche Risiko, sich nicht gruppenkonform zu verhalten. Vergleiche zur zivilen Arbeitswelt werden in dem Buch insofern gezogen, als dass Soldaten ihren Job machen. Dazu brauchen die keine Politik, keinen ideologischen Überbau. In Vietnam sagt ein Soldat zum anderen: "Scheiße, ich weiß auch nicht, warum wir hier sind. Aber da wir es nun mal schon sind, können wir unseren Job auch ordentlich machen." Zitat Autor: "Die allermeisten Menschen sind unpolitisch in ihrem konkreten Tun. Denkt einer, der im Atomkraftwerk arbeitet, darüber nach, dass die Energiekonzerne den Planeten ruinieren?" Was die Sache mit dem Gericht anbelangt, noch ein Autorenzitat zur Frage, ob der Krieg den Soldaten schafft, oder umgekehrt: "Gewalt ist eine konstruktive, soziale Handlung zur Durchsetzung von Interessen, seit 40.000 Jahren. Das hört sich brutal an, ist aber so. Wer sie konstruktiv ausübt, wird sie immer wieder nutzen. Deshalb haben wir Regelungen und Gesetze. Die haben wir aber nicht in der Annahme, dass sie niemals übertreten würden. Ihre Verletzung ist strafbewehrt, weil wir sicher wissen, dass sie übertreten werden. - Man sollte sich besser fragen, ob und unter welchen Umständen und sozialen Bedingungen Menschen vom Töten ablassen können." Regine vor 8 Jahren