Trend 128 Gerade im Trend: invulviert sein
WG-Tarier

WG-Tarier

Mitglied einer Wohngemeinschaft. Wegen des phonetischen Gleichklangs zu "VegetariermeinemEssendasEssen_weg)" trifft die Bezeichnung besonders auf solche Gemeinschaftsangehörigen zu, die bevorzugt lecker Grünzeug essen, um nicht vom Fleisch abzufallen.

User female 48 Regine (Nordrhein-Westfalen) vor 9 Jahren
Trend 128
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Witziger Eintrag, gefällt mir! In diesem Zusammenhang kann ich mir 'nen kleinen WG-Witz nich' verkneifen: Fritz-Kevin hat seine Mutter zum Essen in seine Zweier-WG eingeladen. Während des Essens stellt seine Mutter fest, wie schön seine Mitbewohnerin Brunhilda eigentlich ist. Schon seit längerem spielt sie mit dem Gedanken, dass die beiden eine Beziehung haben könnten - und das macht sie unsicher. Während des Abends, als sie die beiden beobachtet, beginnt sie sich zu fragen, ob da zwischen Fritz-Kevin und seiner Mitbewohnerin Brunhilda mehr war, als das normale Auge zu sehen bekam. Ihre Gedanken lesend, sagt Fritz-Kevin: "Ich weiß was Du denkst, aber ich versichere Dir, dass wir nur zusammen wohnen." Etwa eine Woche später, sagt Brunhilda zu Fritz-Kevin: "Seit Deine Mutter bei uns zum Essen war, kann ich meine silberne Salatschüssel nicht mehr finden." Fritz-Kevin antwortet ihr: "Nun, ich glaube kaum, dass Sie sie mitgenommen hat, aber ich werde ihr schreiben." So setzt er sich hin und schreibt: "Liebe Mum, ich sage nicht, Du hast die Salatschüssel mitgenommen und ich sage auch nicht, Du hast sie nicht mitgenommen. Aber der Punkt ist, dass, seit Du bei uns zum Essen warst, fehlt eben die Salatschüssel. Liebe Grüße, Dein Fritz-Kevin." Mehrere Tage später erhält Fritz-Kevin einen Brief von seiner Mutter, in welchem stand: "Lieber Fritz-Kevin, ich sage nicht, dass Du mit Brunhilda schläfst, und ich sage auch nicht, dass Du nicht mit ihr schläfst. Aber der Punkt ist, wenn sie in ihrem eigenen Bett schlafen würde, hätte sie die Salatschüssel schon längst gefunden. In Liebe, Mum" Gisbört vor 9 Jahren
KLEINER WG-Witz ist gut. :) Schon damals, als ich diesen Text von einem Freund gemailt bekam, war mein Gedanke: Was müssen sich Mütter mit solchen Tricks Informationen über das Liebesleben der Söhne erschleichen. Es geht sie schlicht NIX an. Klar dürfen die sich Gedanken oder einen Reim machen, aber im Zweifel sollen sie fragen. Wenn eine Antwort kommt, ist gut. Wenn nicht, Pech gehabt. Nicht der Sohn sollte ein schlechtes Gewissen haben, sondern die Mudda. Aber der Junge in dem Text ist ja das Erziehungsprodukt dieser Frau und auf verdrehte Moral und/oder auf's Bedienen ihres Sohn-Besitzanspruchs konditioniert, weshalb er sie zunächst anlügt. Dieses Verlogene ist Verwerflicher als wenn er klar gesagt hätte: Ja und? Wir ficken auch. Sorry, ist ja nur ein Witzchen :/ :). Regine vor 9 Jahren
So, so, is' also nur ein Witzchen? Dafür hast Du ihn aber gehörig in seine Bestandteile seziert. Aber, egal wie politisch unkorrekt der Witz ist: Im ersten Augenblick fällt es zumindest schwer, dem Sog der Pointe zu widerstehen. Dazu nutzt der Witz das Moment der Überraschung mit der Folge, dass sich der Hörer dem Tabubruch kaum mehr entziehen kann. Er wird zum Komplizen - ob er will oder nicht. "Witze werden immer machtvolle Waffen in den Händen geschickter Politiker oder Polemiker sein", schreibt US-Autor Jim Holt. Kein Wunder, dass die Mächtigen die Kraft der Pointe seit je nutzen - aber auch fürchten. Auch die *katholische Kirche* fürchtete lange die Macht des Lachens. In *Umberto Ecos Roman "Der Name der Rose"* will ein Mönch um jeden Preis verhindern, dass Aristoteles' verloren geglaubte Schrift über die Komödie öffentlich wird. Sein Motiv: "Lachen tötet die Furcht. Und ohne Furcht kann es keinen Glauben geben." Wer den Teufel nicht mehr fürchte, brauche keinen Gott mehr: "Dann können wir auch über Gott lachen." Ich halt's da eher mit dem leicht abgewandelten Wort von Papst Gregor dem Großen: Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegen stellen, wenn der Witz ihr dienstbar zur Hand geht! Gisbört vor 9 Jahren
Du erklärst den Effekt eines Witzes an sich. Ist ok. Dennoch darf es gestattet sein, einen "Witz" gut oder fad zu finden oder sich nicht zum Komplizen machen zu lassen. Es geht nicht um Korrektheit oder nicht, weil das auch wieder je nach Moralvorstellung verschieden gewichtet wird und die Moral auch oft ein Interesse verfolgt. Es gibt intelligente "Späße", die enttarnen und entwaffnen, und diese funktionieren nach dem von dir beschrieben Prinzip. Und es gibt die anderen Versuche. Schließlich lässt es auch Rückschlüsse auf die Leute zu anhand dessen, was sie witzig finden oder nicht. Mein erster Gedanke bei DER Pointe war eben das Geschriebe. Wer diese lustig findet, tickt halt nach anderem Strickmuster. So what?! Letztlich sind die Rezipienten aber auch nicht immer in der selben Verfassung und eigentlich ging es mir gar nicht um das Thema "Witz". Die Absicht einer solchen Diskussion habe ich erst recht nicht verfolgt. Heute ist mal wieder Migränetag und somit nicht entspannt. Mein "Sorry, ist ja nur ein Witzchen" ist nicht ironisch zu verstehen, sondern wirklich als Entschuldigung für mein "Sezieren". Habe damit abschließend wieder relativieren wollen und anerkannt, dass deine Intention eine andere war, als Reaktionen wie meine zu provozieren. Es sollte nicht persönlich zu nehmen sein. Regine vor 9 Jahren