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Permafrostbeziehung

Permafrostbeziehung

Ist eine Beziehung, die man getrost als Zweckbeziehung, wenn überhaupt, bezeichnen kann. Meist sind die zwei Menschen nur des Geldes, der Kinder, oder schlicht aus Gewohnheit und/oder Trennungsangs/faulheit zusammen. reden jedoch kaum noch zusammen unternehmen seltenst etwas gemeinsam und betrügen sich auch oft nach Strich und Faden. Entlehnt ist dies dem Permafrost, also dem Dauerfrostboden und zielt wie schon beschrieben darauf ab, dass die Zwei nur noch frostig, dafür aber je nachdem permanent zusammenhalten.

User male 48 Erdbeertoni (anderes) vor 9 Jahren
Trend 128
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Guter Eintrag, Toni! Einen kleinen Einspruch hätte ich vielleicht: die halten nicht zusammen, sondern kleben permanent am Grundeis fest. Solche bleiben lieber stecken und im Kühlschrank sitzen, aus welchen Gründen aus immer (Lebensangst? Bequemlichkeit?), als den Arsch hochzukriegen und an sich oder Situation was zu ändern. Kriegen kein "Love it" oder "Leve it" hin. Das ist das "Durchhalte-Syndrom" und sollte in das Medizinlexikon aufgenommen werden. Regine vor 9 Jahren
"Leve it" soll "Leave it" heißen. Wie eine medizinische Definition des "Durchhalte-Syndroms" lauten könnte, zitiere ich aus einem Buch: "Durchhalten ist eine Krankheit, die verschiedene Symptome aufweist, die alle auf den ersten Blick schwer zu erkennen sind. Erstens ist ein großes Sicherheitsbedürfnis festzustellen. Der Erkrankte möchte seine Umgebung nicht verändern, egal um welchen Preis. Es herrscht tatsächlich eine gewisse Angst vor der Veränderung. Zweitens eine an Besessenheit grenzende Sorge darüber, dass jemand anders verletzt werden könnte, indem man etwas verändert. Diese Sorge ist gewöhnlich mit der Unfähigkeit, die eigenen Schmerzen zu erkennen, gekoppelt. Drittens, der Erkrankte hegt eine Hoffnung, die ihre Wuzeln nicht in der Realität hat. Viertens: Der typische Durchhlter hat ein ungewöhnliches Bequemlichkeitsbedürfnis. Diese bekommt eine so große Bedeutung, dass der größte Schmerz in Kauf genommen wird, um diese Bequemlichkeit aufrechtzuerhalten. Fünftens, dem Erkrankten fällt es schwer, sich mit wahren Gefühlen auseinanderzustetzen. Unfähig, Unglück zuzugeben, hofft der Kranke auf eine bessere Zukunft oder denkt an vergangene schöne Zeiten. Sechstens wird der Betroffene von einer irrationalen Angst beherrscht, möglicherweise egoistisch zu sein. Man geht nämlich davon aus, dass es egoistisch sein könnte, für sein eigenes Wohlbefinden zu sorgen. Die Angst vor der Bezeichnung "egoistisch" führt dazu, dass der Leidende mehr Schmerz erträgt, als gut für ihn ist. Schließlich halten ganz eingefleischte Durchhalter ihre Unfähigkeit, Schluss zu machen, für eine noble Geste und reagieren besonders heftig auf Mitmenschen, die zu behaupten wagen, ein derartiges Verhalten sei nicht unbedingt sinnvoll und gut. Der Durchhalter ist davon besessen, durchzuhalten, auch wenn das Durchhalten ihm mental und physisch schadet." Regine vor 9 Jahren
Psychische Abhängigkeit, Co-Abhängigkeit, Hörigkeit, Stockholm-Syndrom, Täter-Opfer-Identifikation. Passt alles da hinein. Werwolf vor 9 Jahren
Man kann und mag vieles hineininterpretieren,je nach Fasson,Religion und Vorlieben, wie ich immer zu sagen pflege. Aber auch dieser Eintrag hat bei mir einen ernsten Hintergrund. Es ist schon paar Jahre her, da sah ich bei BBC ein Film an dessen Ende die Frau im Sterbebett liegt und ihre letzten Worte waren : "Jetzt bin ich endlich stark genug zu gehen". Und ich muss sagen, dass ich auch im wahrem Leben sehr viele solche Beziehungen mitbekam, bei denen ich dachte am Ende sagt einer der Partner genau diesen Satz, was ich extrem bitter finde. Erdbeertoni vor 9 Jahren
Hab da auch schon einiges mitbekommen. Echt übel, was manchmal so abläuft. Habe das lange nicht verstanden, bis ich ein wenig nachforschte. Werwolf vor 9 Jahren
Findet sich auch nicht unbedingt nur auf Partnerebene, dass Leute in Beziehungsstrukturen feststecken. @ Werwolf: "mitbekommen", "nachforschte"...bei dir selbst oder bei anderen? So oder so nicht leicht. Forschen überhaupt ist schonmal gut (mancher an-erkennt gar nicht erst eine Veranlassung), Einsicht gewinnen ein großer Schritt, der Wille zum Umbauen und die Umsetzung wäre eine (Er)Lösung. Regine vor 9 Jahren
Ich selbst bin zu stabil, um in so einem Scheiß kleben zu bleiben. Ich kenne aber diverse Leute, auf die es zutraf/zutrifft. Mit "Nachforschen" meinte ich Weiterbildung, autodidaktisch und teilweise auch akademisch. Psychologie kann manchmal ganz praktisch sein. Werwolf vor 9 Jahren
Löblich und stimmt. Interesse und Offenheit für diverse Mechanismen bringt automatisch auch immer eine Selbstreflektion mit sich, was wieder Voraussetzung für Lernprozesse und persönliche Weiterentwicklung ist. Mancher tut das alles als "Psycho-Scheiße" ab und hält sich für den normalsten Menschen der Welt. Regine vor 9 Jahren
Schade nur gibt`s keine Mailfunktion mehr... so ist man gezwungen immer alles offen auszudiskutieren Erdbeertoni vor 9 Jahren
Fand ich auch blöd @ Toni. Kommt aber wohl wieder. Ich hatte dazu eine Anfrage gesendet und folgende Antwort erhalten (Auszug): "Die aktuelle MUNDMISCHE.DE Version wird in den nächsten Tagen durch weitere Funktionen wie z.B. eine längere Historie unter "Brandneu" und die Implementierung der Nachrichtenfunktion ergänzt. Die bisherigen Nachrichten sind nicht verloren und werden wieder verfügbar sein. Aus technischen und zeitlichen Gründen war dies uns leider nicht anders möglich, sodass wir zunächst mit weniger Funktionen online gehen mussten." Regine vor 9 Jahren