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Malletristik

Malletristik

Die Malletristik (w) ist bekanntermaßen der Gegenpart zur Belletristik, eine hemmungslos ungeschönte Schilderung der tatsächlichen Verhältnisse ohne jedwede Schonung des abgeneigten und angewiderten Lesers, wobei sie durch Aufdeckung und detaillierte Aufzeichnung der wahren Verhältnisse und ihrer Hintergründe in einer, Belletristik vortäuschenden Form, durch eine Art heilsamen Schmerz den Leser zum Nachdenken zwingen will, um letztendlich öffentlichen Druck auf die Entscheidungsträger des Gemeinwesens auszuüben, die, sich selbst wiedererkennend, gezwungen sind, diese, der Malletristik zugrunde liegenden Zustände endlich zu ändern, um die eigene Machtposition letztendlich nicht zu gefährden, der Malletristik somit ihre Grundlage und jedwede Glaubwürdigkeit zu entziehen. Schwerpunktthemen der Malletristik sind das Strandgut der Gesellschaft, die Verlierer, Obdachlosen, erfrierende Menschenenwieden_Leuten), Bettler, Trinker, Drogensüchtigen, einsame und hungernde, Pfandflaschen sammelnde Rentner, Kriminalitätsopfer, sexuell ausgebeutete und/oder misshandelte Kinder, Elends-, Drogen- und Kinderprostitution, Pädophilie, Beischlafdiebstahl, das Zuhälter-Unwesen, Bandenkriminalität, der Handel mit harten Drogen, die Beschaffungskriminalität, der Verlust jeglicher humaner Grundwerte in der modernen Gesellschaft, Antisoziale Persönlichkeitsstörungen und Machtgier, sexuelle Nötigungen von Untergebenen) sowie das zur Erlangung von Sinekuren notwendige „sich hoch schlafen“ im Parteiapparat, vorsätzlich fabrizierte Justizopfer, Mord und Auftragsmord, die Einschüchterung von Zeugen, Geheimnisverrat, Korruption, Erpressung, Neid, Machtgier, Erschleichung von Fördergeldern der KfW. und der EU sowie von Spendengeldern, die Zerstörung von gesunden Unternehmen zu Gunsten sogenannter „Investoren“, Sozialbetrug, das Betreuungs-Unwesen mit seinen Vermögensverschiebungstransaktionen zugunsten von Seilschaften, das heimliche Verabreichen hochtoxischer Mittel zum Erreichen der Verhängung einer Vermögenspflegschaft, die Unterschlagung/Veruntreuung von hochwertigen Nachlass- Gegenständen durch beamtete Nachlassverwalter, Amtsmissbrauch, insbesondere die Hilfestellungen der Staatsdiener und der Justiz bei der Begehung und der Vertuschung dieser Verbrechen, das Sinekure-Unwesen der sogenannten Seilschaften von Stadt, Land und Staat auf Kosten des Steuerzahlers, die Umwandlung von Volksvermögen in Privatvermögen, Insiderhandel und Vetternwirtschaft, kurz - die organisierte Kriminalität in allen ihren Ausprägungen unter besonderer Würdigung der Machenschaften ihrer Führungskräfte, die sich öffentlichkeitswirksam in die Mäntelchen der Barmherzigkeit hüllen, wie Wölfe in Schafspelze.

Die Malletristik ist eine begrenzt volkstümliche Form des Enthüllungsjournalismus, bei dem Ross und Reiter zwar nicht namentlich genannt, aber doch in den Focus des Interesses des Lesers gerückt werden, wobei sie sich der Stilmittel des Sarkasmus, des Zynismus, der Ironie, der Fabel wie auch mitunter in infamer Weise sogar der etwas verfremdeten gereimten Lyrik anerkannter Autoritäten vergangener Jahrhundertewirdessichentscheidenwasder[Mensch](https://www.mundmische.de/bedeutung/28448-kleinerMensch)heitdenGarausmachtkuenstlicheIntelligenzodernatuerlicheDummheit) bedient.

Malletristen haben, wie die Wortbestandteile „mal“ und „trist“ bereits vermuten lassen, aufgrund ihrer profunden Kenntnis der Wirklichkeit zumindest gelegentlich einen gewissen Hang zu Melancholie und Schwermut, welche sie zum Schutz ihrer kindlich reinen Seele auf das Papier und somit von der Seele weg in die WeltdesTunnelskannimmeraucheinentgegenkommenderZugsein)aberfuerdichbinichdieSonne) der Literatur verbannen, da Papier bekanntermaßen alles geduldig erträgt, sogar jedwede Auswüchse der Malletristik, womit das ansonsten unschuldige Papier wesentlich zu deren Entstehung beigetragen hat.

Die Vertreter des Malletrismus werden von den herrschenden kriminellen Seilschaften heimlich, aber besonders intensiv hinterhältig verfolgt und für den Fall, dass ein Malletrist die zu seinen Ehren verübten Anschläge überlebt und gar Strafanzeige erstattet wegen des unrechtmäßigen Versuchs einer von ihm nicht gewollten Sterbehilfe, wird das Verfahren gegen die Täter auf Betreiben dieser Seilschaften eingestellt und gegen ihn selbst ein Verfahren wegen Vortäuschung einer Straftat und Beschuldigung Unschuldiger eingeleitet, mitunter gar mit Hilfe von im Solde der Seilschaften stehenden Gutachtern, die den Malletristen als schizophrenen WeltdesTunnelskannimmeraucheinentgegenkommenderZugsein)aberfuerdichbinichdieSonne)verschwörungsphantast brandmarken, der Lächerlichkeit preisgegeben und unglaubwürdig machen, womit auch der Neigung des Lesers, negatives nicht wahrhaben zu wollen, gebührend Rechnung getragen wird.

Die Verdienst-und Zukunftsaussichten von Malletristen sind im Gegensatz zu Belletristen eher trist und wurden bereits vor 1840 von Carl Spitzweg überwiegend nonverbal hervorragend konnotiert am Beispiel des Lebens des bedauernswürdigen Verseschmiedes Mathias Etenhueber, der mittels einer, an die bayrische Obrigkeit gerichtete kritische Ode seinen Wechsel ins malletristische Lager bezeugte, dies umgehend büßen musste und als gebrochener Mensch nach der Haftentlassung, als armer Poet, im Elend verstarb, worauf ein früher Dichter des 21. Jahrhundert in Anlehnung an das Schicksal Etenhuebers die Zukunftsaussichten von Malletristen als äußerst bedenklich beschrieb mit den Worten:

„Wirst Malletrist Du gar und Dichter, hör auf zu essen - lebe schlichter.“

Im Gegensatz zu manchen erfolgreichen Belletristen besitzen Malletristen keine Villen mit ausgedehnten Ländereien drumherum sondern allenfalls unterirdische Residenzen in Kleinstgrundstücken von etwa zwei bis drei Quadratmetern, welche zudem nur vorübergehend gepachtet sind und der bescheidenendasgroessteStueckerwische) Lebenserwartung von Malletristen entsprechend ausnahmslos posthum bewohnt werden, womit auch die statistisch erwiesene große Anzahl von etwa ganz knapp über Null Prozent Malletristen in Deutschland verständlich wird und warum diese Disziplin nicht zu den anerkannten Ausbildungsberufen zählt, zumal die im Malletrismus vorherrschende Sprache Deutsch im Laufe der Zeit allenthalben in ihrer jugendkonformen virilen Ausprägung, „Denglisch“ genannt, in einsamen Bergregionen in Büsingen überdauern dürfte.

Kennzeichnend für die Malletristik ist der fehlende Respekt des malletristischen Autors gegenüber allem und jedem, eingeschlossen der Rechtschreibreform und den Regeln der Satzzeichenverwendung, speziell den Verursachern des eigentlichen Schreibgrundes gegenüber, quasi in "ius-talion"-istischer und -listischer Art und Weise die in ihm hervorgerufene „tristesse mal “ am sie verursachenden Übeltäter zu rächen, was insbesondere im Text mittels eines extremen, bewusst gewählten Mangels an lakonischen Ausdrucksweisen in der gebotenen Kürze hervorgerufen wird.

Für den malletristischen Schreibstil prägnant ist der mitunter etwas verschachtelte Satzbau, der förmlich zu erhöhter Aufmerksamkeit einläd, damit der rote Faden nicht endgültig verloren geht, die Sinne des Lesers schärft, um unbeschadet durch das wortreiche Labyrinth des Werkes eines malletristischen Autors hindurch bis an das wohlverdiente Satzende zu gelangen, in stoischem Gleichmut durchhaltend, in der ständigen Gefahr schwebend, Minotaurus zu begegnen oder des Wahnsinns hehre Beute zu werden, der Punkt am Satzende, um es mit den Worten von Malinka Malinowska, der EhefraufachungesaettigteEhefrau) von Fürchtegott Malinowsky, dem Gründer der „Unabhängigen Volksrepublik Undine“, zu sagen, quasi „das LichtdesTunnelskannimmeraucheinentgegenkommenderZug_sein) am Ende des Tunnels malletristischer Literatur“.

Der Vorteil malletristischer Werke liegt in der sehr begrenzten Anzahl der Sätze, da man dem Leser nicht zumuten möchte, mehr als ein Dutzend von ihnen lesen zu müssen, er wird, anders als bei der Belletristik somit nicht absolut maßlos überfordert, wobei jedoch anzumerken ist, dass das Gedicht von Charles Baudelaire „La charogne“, zu Deutsch „Ein Aas“, als das bekannteste Beispiel malletristischer Poetik gilt, quasi als der „L´odeur de charogne“ in der malletristischen Realpoesie.

Als eine Entwicklung der Neuzeit gilt der Übergang des Malletrismus zum Malemailismus, welcher als die modernste Form der Weiterentwicklung der urprünglichen antiken Hiobsbotschaft heutzutage eine zunehmende Akzeptanz findet, wobei der lakonisch-kurze, sozusagen wortkarge Sprachstil erheblich dazu beigetragen haben dürfte, diese rasante Entwicklung zu begünstigen.

Wird fortgesetzt.

siehe oben

User male 48 Saarkasmus (Saarland) vor 2 Jahren
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also bei einer gepflegten, abendlichen, feinen Flasche Sauvignon könnte man sich diesen Solitär-Marathon-Eintrag reinpfeifen -dann waere der Abend allerdings vorbei! Dritterzahn vor 2 Jahren
Gut ausformulierter Text! _______ Zur Zeit gibt es in D ein paar Sonnentage. Geh morgen mal in den Wald und lausche den Vögelchen. ;) Regine vor 2 Jahren
Autsch! Regine! -dem haste's aber gezeigt. Ich wuerde sagen: ''Sparkasmus'! wuerde ich sagen,: -Versuch's noch mal MIT HUMOUR! -wir haben alle unsre professionellen Deformation, aber dass du selbst ein 'verwaltender Beamtenangestellter bist!- das sehen wir doch alle! Dritterzahn vor 2 Jahren
Da nehme ich mich nicht aus, zuweilen ins Ironische zu verfallen. Was sich so bot die letzten Jahre, fährt man manchmal gut, es als Realsatire zu sehen. Aber ganz ehrlich meinte ich den Kommentar gar nicht bissig oder humorlos, eher mitfühlend. Wenn Dinge beginnen, schwer zu werden, ist es ein wohlwollender Rat, in die Natur zu gehen. Das erdet und befreit zugleich. __ Mit Beamten habe ich aber nichts zu tun. Regine vor 2 Jahren
Haha, ich meinte doch gar nicht dich mit dem 'verwaltender Beamtenangestellter' -sonder'n den saarländischen Authoren dieses Essays! -Mann, der kann aber schreiben! ('Sarkasmus! -mit Ansage') ___Von dir weiss ich nur soviel, dass du berufl. eine sitzende Tätigkeit ausübst, glaub ich mich zu erinnern! Dritterzahn vor 2 Jahren
Mann, Saarkast, Sie Schlimmer! Was treibt Sie eigentlich um? Haben Sie etwa -wie ich- auch keinen Verleger gefunden? Auf Englisch nennt man ihren Humor wohl 'dead pan humour' - 'tote Pfannen Humor': bitter, sarkastisch und nicht aus der Reserve zu locken! Haben Sie eigentl. schon vom verdienstvollen 'Inârah Institut' an der Saarbruecker Universitaet gehört? -da ist Saarland (auch/noch) Weltspitze! Dritterzahn vor 2 Jahren
Das Institut ist wirklich verdienstvoll! Regine vor 2 Jahren