Nachtscherbe / Nachtscher'm

Nachtscherbe / Nachtscher'm

in der "guten, alten Zeit", als das Klo üblicherweise noch draußen auf dem Hof lag, hatte man unter dem Bett üblicherweise einen Nachttopf deponiert, um das Schlafzimmer nicht verlassen zu müssen, wenn man während der Nacht mal musste...

üblicherweise wurden keramische Gegenstände (meist Schüsseln), die, wenn sie zu Bruch gegangen waren - aus praktischen oder hygienischen Gründen - ersetzt und nicht repariert wurden - quasi in weiser Vorraussicht - als "Scherben" bezeichnet.

"greißlicher Nachtscher'm" kann auch einen für hässlich befundenen Lampenschirm oder auch eine Vase meinen.

User male 48 Carilian (Bayern) vor etwa einem Monat
Trend 128
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Die Begründung ist nicht stimmig, dass die Bezeichnung "Scherben" einem potenziellen Bruch geschuldet sei. Ebenso bedeutet "Scherben" nicht durchweg Bruch. Alle keramischen Erzeugnisse, gleich ob Porzellan oder Keramik, werden fachbegrifflich "Scherben" (der) genannt, konkret im Stadium nach dem Brennvorgang/den Brennvorgängen der "Rohmasse". So ist auch edelste Tasse vor dem Glasieren "ein Scherben". ____________ Im Sinne von Bruch hieße es "die Scherbe; die Scherben", der Keramikrohling aber ist "der Scherben". Von letzterem ist auch der "Nachtscherben" (nicht Nachtscherbe) herzuleiten. Wiener Ursprungs, auch "Scherm". ______________ :) Regine vor etwa einem Monat